Afrika

Wir dürfen das Schweigen nicht akzeptieren.

Die Immunschwächekrankheit AIDS breitet sich immer weiter aus. Die Zahl der HIV-infizierten wird weltweit auf 38 Millionen geschätzt. Am stärksten ist AIDS dabei in Afrika verbreitet, und dort besonders in den Ländern südlich der Sahara – hier wird die Zahl der HIV-Infizierten auf 25 Millionen geschätzt. Insbesondere Kinder sind Opfer der Krankheit: Heute leben südlich der Sahara über 5 Millionen Aids-Waisen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren – Tendenz steigend..

In Kenia hat inzwischen fast jede Familie mindestens einen Angehörigen durch Aids verloren. Nur etwa fünf Prozent der HIV-Infizierten, die eine Behandlung gegen die Entstehung von Retroviren benötigen, bekommen sie auch.
HIV-Tests werden aus Geldmangel nicht durchgeführt. So ist auch das Verhältnis von erkrankten Männern zu erkrankten Frauen besonders erschreckend: auf 10 infizierte Männer kommen 45 infizierte Frauen. Die Folgen sind verheerend. Jedes Jahr werden in Kenia etwa 33.000 Babys mit einer HIV-Infektion geboren.

Die Kinder leiden am stärksten an den Folgen der Krankheit. Sie erleben das Leid, die Armut und die Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Wenn wir jetzt nichts unternehmen – Experten schätzen, dass die Zahl der Aids-Waisen bereits in fünf Jahren weltweit auf 20 Millionen steigen wird – droht in Zukunft der Zusammenbruch des sozialen Systems.

Intensive Aufklärung, direkte Unterstützung der Betroffenen und stark verbilligte Medikamente für Millionen von Armen, d.h. antiretrovirale Präparate, die die Übertragung des Erregers von der Mutter auf das Kind blockieren und das Leben der Infizierten erleichtern und verlängern, sind die Bedingungen für eine bessere Zukunft. So sind mit dieser Strategie beispielsweise in Brasilien und Thailand die HIV-Infektionen stark zurückgegangen. Diese positive Entwicklung beweist, dass wir etwas bewirken können. Wir dürfen die Augen davor nur nicht verschließen und müssen handeln – jetzt. Sonst wird es am Ende sehr still in den Dörfern Kenias.

Direkte Hilfe. Aufklärung. Langfristige Unterstützung.

Für Kinder und Jugendliche sind die Auswirkungen von HIV besonders dramatisch. Schon früh werden sie mit Krankheit und Tod naher Verwandter konfrontiert. Um kranke Eltern zu pflegen und Geld zu verdienen, müssen viele ihren Schulbesuch aufgeben. Behandlungs- und Beerdigungskosten verschlingen alle Ersparnisse und die bereits bestehende Armut verschlimmert sich noch. So müssen auch immer weniger Erwachsene für immer mehr Kinder sorgen. In vielen Fällen wandern AIDS betroffene Kinder in die Städte ab und überleben dort als Straßenkinder, mit Hunger, Drogen, Gewalt und sexueller Ausbeutung. Die traumatischen Erfahrungen der Krankheit, des Verlusts der Eltern und naher Verwandter, oft begleitet von gesellschaftlichem Ausschluss münden in psychischen Problemen, Ängsten und Verhaltensstörungen.

Unser Hilfe verfolgt daher in erster Linie drei wichtige Ziele:

1. Direkte Hilfe für betroffene Kinder

Es gilt, die Stressbelastung von Waisen, HIV-Infizierten und von Kindern erkrankter Eltern abzubauen, sie in die Gemeinschaft zu integrieren, ihnen beizustehen und sie zu stärken, die extreme Belastung besser bewältigen zu können. Wir stellen die tägliche Nahrung der Kinder sicher, ermöglichen ihnen die notwendigen Arztbesuche und stellen ihnen die lebenswichtigen Medikamente zur Verfügung. Sie werden von Fachleuten psychisch betreut und in die Gemeinschaft integriert.

2. Einer der größten Feinde im Kampf gegen Aids ist das Analphabetentum

Milionen von Menschen haben keine Chance, sich zu informieren, wie sie sich schützen können. Der beste Schutz für die Kinder ist daher Bildung; also sicherzustellen, dass jedes Kind in Kenia lesen und schreiben kann. Die Erfahrung der Schulgemeinschaft hilft ihnen darüber hinaus, die Diskriminierung, die mit AIDS einhergehen, zu verarbeiten.

Kenia hat den ersten wichtigen Schritt in Sachen Bildung getan: Im Januar 2003 hat die Regierung die Schulgebühren für Grundschulkinder abgeschafft. Doch sind die meisten Grundschulen mittlerweile so überfüllt, dass vielerorts noch nicht einmal mehr Stehplätze für die Kinder vorhanden sind. Es gibt nicht genug Tische, Hefte, Stifte und Schulbücher. Daher unterstützen wir die Kindergärten und Schulen und stellen ihnen die notwendigen Mittel zur Verfügung. Des Weiteren planen wir den Bau eines Kindergartens in Mombasa Town für etwa 60 Kinder. Hier erhalten die Kinder neben der pädagogischen Betreuung Spielsachen, Bekleidung und täglich eine warme Mahlzeit.

3. Langfristige Unterstützung

Durch verbesserte Aufklärung, aber auch durch eine Gesundheits-vorsorge sowie Behandlung von Infizierten muss die derzeitige Situation stabilisiert und möglichst schnell und langfristig verbessert werden. Die meisten Kinder begleiten wir mit Hilfe von Patenschaften über mehrere Jahre und stellen so die soziale Integration in die Gemein-schaft sicher. Für die Kinder ist es wichtig, dass sie Stabilität in ihrem Leben erhalten und erkennen, dass sie nicht alleine sind. So wollen wir gerade den Jüngsten ein kindgerechtes Leben ermöglichen, mit einer Perspektive für die Zukunft.